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Catholic Curch St. Gertrudis, Kuringen, Belgium

Restaurierung und Rekonstruktion der Fenster aus dem 19. Jahrhundert

Am Ende des 19. Jahrhunderts bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts erstrahlten die bleiverglasten Fenster mit ihren, für die Region und ihre Zeit, typischen, lebendigen, floralen Elementen die Kath. Kirche St. Gertrudis in Kuringen, Belgien. Der größte Teil der Fenster wurde im II. Weltkrieg zerstört. Die Rahmen und die in tausend Stücke geborstenen Fenster wurden entfernt. Einige der größeren, noch im Bleinetz zusammenhängenden Teile, wurden gerettet, in der Sakristei eingelagert und dann einfach vergessen. Die Fenster bekamen einfache Rechteckverglasung aus mundgeblasenen Antikgläsern. Bei der Bestandsaufnahme stellte sich heraus, dass die 96 gefundenen Fragmente ungefähr 50 % der Schifffenster und 70% der Chor- und Querschifffenster bildeten. Nachdem man die verbliebenen „Puzzleteile“ sortiert und zugeordnet hatte, ergaben sich verschiedene mögliche Rekonstruktionsmodelle und man entschied sich dann aus den Fragmenten vier der ursprünglich zehn Fenster, komplett wieder herzustellen. Zuerst wollte man alle Stücke aus dem originalen Bleinetz herauslösen und komplett neu verbleien, aber nach genaueren Betrachtungen war dies nicht notwendig und man konnte mit wenigen neuen Bleien die Fenster wieder zusammensetzen. Zur Freude aller Beteiligten konnte man so den Eingriff in den Originalbestand minimieren und erreichte die größtmögliche Authentizität.